Fetischismus

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Unter Sexuellem Fetischismus (aus dem lateinischen facere - machen, tun und dem portugiesischem feitico - Zauber, Wahn) versteht man eine Variante der Sexualität, bei der ein Mensch im Zusammenhang mit Gegenständen, Handlungen oder Situationen eine sexuelle Lust verspürt. Der Fetischismus kann sich soweit steigern, dass das Interesse an gewöhnlichen sexuellen Aktivitäten nicht mehr vorhanden ist, nur noch der fetischistische Trieb ausgelebt wird und zwischenmenschliche Kontakte vernachlässigt werden. Falls das zum Problem wird, kann eine psychologische Beratung Hilfe bieten. Der heutige Sprachgebrauch bezeichnet mit Fetisch aber auch etwas, das man genausogut "Vorliebe" oder "Lieblingsspiel" nennen könnte.

Jede Kombination von Material, Situation und Gegenstand ist als Fetisch denkbar.

Ursachen für Fetischismus

Der menschliche Verstand wird von unterbewußten Entscheidungsmechanismen unterstützt. Diese Entscheidungsmechanismen können sowohl angeboren, als auch erlernt sein. Ebenso variiert die Ausprägungsstärke dieser Mechanismen. Man könnte sie als geistige Reflexe deuten, die in bestimmten Situationen sehr schnelle Entscheidungen ermöglichen, z.B.: "gut", "schlecht", "mögliche Nahrungsquelle" "möglicher Geschlechtspartner" oder "gefährlich". Diese Entscheidungsmechanismen können starke, teils nicht rational begründbare und sogar übertriebene Reaktionen oder Empfindungen verursachen. Fetische und Phobien sind Beispiele für solche Mechanismen. Ein Beispiel für einen angeborenen Mechanismus, zeigt ein Experiment aus der Verhaltensforschung, bei dem ein Säugling nicht über eine Glasplatte krabbelt, die über einem "Abgrund" liegt. Säuglinge erkennen hier "instinktiv" eine mögliche Sturzgefahr. Ein Beispiel für einen erlernten Mechanismus ist ein Experiment, bei dem einem älteren Schimpansen eine Schlange gezeigt wurde. Dieser zeigte eine deutliche Angstreaktion. Man filmte diese Reaktion, retuschierte die Schlange aus dem Film und ersetzte diese durch ein Gänseblümchen. Danach zeigte man die manipulierte Aufnahme einem jungen Schimpansen, der in Folge dessen eine Angstreaktion auf Gänseblümchen zeigte.

Besonders wichtig im Zusammenhang mit diesen Entscheidungsmechanismen sind Auslöser. Diese Auslöser können jedwede Reize sein, visuell, akustisch, olfaktorisch, gustatorisch oder haptisch (auch Thermozeption (Temperatursinn), Nozizeption (Schmerzempfindung), Gleichgewichtssinn und Propriozeption (Körperempfindung oder Tiefensensibiliät) kommen in Frage). Immer wenn ein Auslöser wahrgenommen wird, kommt es zu einer damit assoziierten Empfindung oder Reaktion. Zusätzlich kann es zu einer "Neubewertung" des Auslösers im neuen Kontext kommen. Beispielsweise einer Verstärkung der Assoziation. In ähnlicher Weise findet das Erlernen von Entscheidungsmechanismen statt. Wenn wir lernen, starke Emotionen mit bestimmten Wahrnehmungen zu assoziieren, können neue Entscheidungsmechanismen entstehen. Diese können aber auch indirekt, durch Reaktionen anderer auf bestimmte Wahrnehmungen erlernt werden (siehe "Schimpansenbeispiel" oben). Dies erklärt beispielsweise etablierte Schönheitsideale, wie sie unter anderem von Protagonisten in Filmen angepriesen oder durch entsprechende Aktionen als gut bewertet werden. (Sexuelle) Fetische entstehen somit nach obiger Theorie aus direkten Sinneswahrnehmungen oder aus der Beobachtung von "Vorbildern", die mit positiven Gefühlen, wie Aufregung, Freude oder sexueller Erregung (möglicherweise sogar Orgasmen) assoziiert werden.

Legt man diese Theorie zu Grunde, wird auch deutlich, daß viele sehr "populäre" sexuelle Stimuli auch nichts anderes als Fetische sind. Z.B. große Brüste oder blondes Haar. Ebenso können Vorlieben, die eher anderen Kategorien zugeordnet werden, durchaus Fetische sein, z.B. Fesselungen und "Knebelgestöhn". Auch die Fixierung auf bestimmte Szenarien, z.B. "Medizinische Untersuchungen", kann als Fetisch gelten.

"(Anmerkung: Der dies schrieb gibt zu, kein Psychologe zu sein. All dies ist aus Eigenüberlegung und Recherche entstanden. Es wäre gut, wenn jemand vom Fach dies mal abchecken würde. Gruß vom Gag Snob)"

Beispiele

Zwar kann man im sexuellen Fetischismus bestimmte Schwerpunkte erkennen, zum Beispiel Materialien (unter anderem Leder, Pelze, Lack, Latex, Plastik, Seide, Nylon, Satin), Gegenstände - in der Regel Kleidungsstücke - (unter anderem Schuhe in jeder Form (Stiefel, High Heels und ähnliche), Strümpfe, Strumpfhosen, Unterwäsche, Korsetts, Handschuhe, Windeln, Turnhosen), oder Körperpartien (unter anderem Füße und Haare), eine klar umrissene Grenze gibt es jedoch nicht. So gibt es beispielsweise Menschen, die sich vom Rauchen stimulieren lassen (so genannte Rauchfetischisten). Das Abgrenzen der Fetische voneinander ist in der Praxis dann wichtig, wenn gemeinsame Spiele verabredet werden sollen.

Häufige Varianten des sexuellen Fetischismus sind:

Vor allem in der BDSM-Subkultur wird sehr oft Kleidung aus Lack, Leder und Latex getragen und diese Kleidung auch als Fetischkleidung bezeichnet, ohne dass jedoch notwendig das oben gesagte über den Fetischismus zutrifft.

Außerhalb der Sexualität wird der Begriff gebraucht, wenn eine besondere (übertriebene) Hingabe an ein Objekt oder an eine Idee zu erkennen ist.

Weblinks

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Fetischismus_(Psychologie) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren des dortigen Artikels verfügbar.

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